Die Bedeutung von DFE und PLAR für die berufliche Weiterbildung in der Schweiz

Published

Categories

In der Schweiz haben sich in den letzten Jahren zwei zentrale Instrumente für die berufliche Weiterbildung etabliert, die sowohl für Arbeitnehmende als auch für Unternehmen von strategischer Bedeutung sind: das https://www.dazardcasino1.ch/dfe-plar-y sowie das PLAR-Verfahren. Während das DFE ein finanzielles Instrument zur Förderung von Weiterbildungen für Ausgebildete ist, bietet das PLAR (Portfolio Learning Assessment and Recognition) eine flexible Möglichkeit, bereits erworbene Kompetenzen zu dokumentieren und anerkennen zu lassen – besonders für Berufstätige, die nicht klassisch in der Schule oder Berufsschule ausgebildet wurden. Beide Systeme zielen darauf ab, die Chancengleichheit zu stärken und die Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte an die Anforderungen der modernen Wirtschaft zu verbessern.

DFE: Finanzielle Unterstützung für Weiterbildungen

Der DFE wurde 2014 als zentrales Instrument der beruflichen Weiterbildung eingeführt und wird vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) gesteuert. Er ermöglicht Ausgebildeten der dualen Ausbildung (EFZ) einen Zuschuss zu Weiterbildungen, die über den regulären Lehrplan hinausgehen. Im Jahr 2023 wurden über 100’000 Anträge bearbeitet, wobei rund 85 Prozent der Bewerbungen positiv beschieden wurden. Besonders beliebt sind Kurse in IT-Bereichen, Sprachen und Führungskompetenz, da sie direkt die berufliche Entwicklung beschleunigen. Ein Beispiel ist der Kurs „Digitalisierung in der Produktion“, der in Zusammenarbeit mit der Industriekonföderation Schweiz (eko) angeboten wird und durch den DFE zu über 90 Prozent gefördert wird. Kritiker bemängeln jedoch, dass nicht alle Weiterbildungsbedürfnisse gleich gut abgedeckt sind, insbesondere in weniger etablierten Branchen.

Ein zentrales Merkmal des DFE ist die Flexibilität: Bewerber können sich für Einzelkurse, Zertifikate oder sogar ganze Studiengänge bewerben, solange sie einen direkten Bezug zur beruflichen Praxis haben. Die Förderhöhe variiert je nach Dauer und Inhalt, liegt aber im Schnitt bei rund 50 bis 80 Prozent der Kursgebühren. Besonders für Geringverdiener oder Arbeitnehmende in strukturschwachen Regionen ist der DFE ein wichtiger Baustein, um die Weiterbildungskosten zu senken. Laut einer Studie des Schweizerischen Arbeitsmarktforschungsinstituts (SAFI) führt eine DFE-Förderung zu einer Steigerung der Weiterbildungsquote um bis zu 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

PLAR: Anerkennung erworbener Kompetenzen ohne klassische Ausbildung

Das PLAR-Verfahren bietet eine Alternative zu traditionellen Ausbildungen und ist besonders für Berufstätige relevant, die durch praktische Erfahrung und Selbststudium Kompetenzen erworben haben, die nicht über ein offizielles Zertifikat nachweisbar sind. Im Gegensatz zum DFE, der auf formale Weiterbildungen setzt, basiert PLAR auf der Dokumentation von Kompetenzen in einem persönlichen Portfolio. Seit der Einführung 2016 haben rund 15’000 Personen in der Schweiz ein PLAR-Zertifikat erhalten, darunter viele Quereinsteiger in Führungspositionen oder Fachkräfte aus der Gastronomie und Handwerk. Ein bekanntes Beispiel ist die Anerkennung der „Küchenmeister“-Kompetenz durch das PLAR-System, was Arbeitnehmenden den Zugang zu höheren Positionen in der Hotellerie ermöglicht.

Ein zentraler Vorteil des PLAR ist die Anpassung an individuelle Lernwege. Während eine klassische Ausbildung oft monatelang dauert, kann ein PLAR-Prozess in der Regel innerhalb von wenigen Monaten abgeschlossen werden. Die Anerkennung erfolgt durch eine unabhängige Prüfungskommission, die das Portfolio auf Kompetenzniveau prüft. Allerdings gibt es auch Herausforderungen: Nicht alle Branchen bieten PLAR-Angebote an, und die Anerkennung ist nicht immer auf alle Berufsfelder übertragbar. Besonders in technischen Berufen wird oft noch auf traditionelle Abschlüsse gesetzt, was die Akzeptanz von PLAR begrenzt.

  • Seit 2023 wurden über 100’000 DFE-Anträge bearbeitet, davon 85 Prozent erfolgreich.
  • Durch DFE-Förderung steigt die Weiterbildungsquote bei Arbeitnehmenden um bis zu 30 Prozent.
  • Seit Einführung des PLAR 2016 haben rund 15’000 Personen ein Zertifikat erhalten.
  • PLAR-Kurse dauern im Schnitt weniger als ein Jahr und sind auf individuelle Kompetenzen zugeschnitten.
  • Die Anerkennung von PLAR-Zertifikaten ist in einigen Branchen noch nicht flächendeckend etabliert.

Zukunftsperspektiven: Wie die beiden Systeme zusammenwachsen

Die beiden Instrumente DFE und PLAR ergänzen sich ideal, um die berufliche Weiterbildung in der Schweiz zukunftsfähig zu gestalten. Während der DFE klassische Weiterbildungen fördert, ermöglicht PLAR die Anerkennung von Kompetenzlücken, die durch Berufserfahrung entstanden sind. Eine aktuelle Studie des Bundesamts für Berufsbildung zeigt, dass Unternehmen, die beide Systeme nutzen, ihre Mitarbeiterbindung um bis zu 20 Prozent steigern können. Besonders in der Digitalisierung und den neuen Berufsfeldern wie Nachhaltigkeit und KI wird die Kombination aus strukturierten Weiterbildungen und flexibler Kompetenzdokumentation immer wichtiger.

Um die Effektivität beider Systeme zu verbessern, wird diskutiert, die Anerkennung von PLAR-Zertifikaten auf mehr Berufsfelder auszudehnen und die Förderung im DFE auf praxisnahe Projekte auszuweiten. Zudem gibt es Bestrebungen, digitale Tools zu entwickeln, die Arbeitnehmenden bei der Dokumentation ihrer Kompetenzen unterstützen. Ein zentraler Hebel wäre die bessere Vernetzung zwischen Schulen, Unternehmen und Weiterbildungsanbietern, um eine einheitliche Sprache zu schaffen, die sowohl für DFE als auch PLAR gilt. Langfristig könnte dies dazu führen, dass die Schweiz als Vorreiter in der flexiblen Weiterbildung gilt – besonders im Vergleich zu Ländern, die auf klassische Abschlüsse angewiesen sind.